senäh

Web & Co

Vom Scheitern meines Web-Interface-Only Experiments

geschrieben am 31. Juli 2011 um 16:33 von Enno

Nun mal ein kurzes Resümee zu meinem Experiment „mehr Browser statt Client“. Wie? Habt ihr nichts von gehört? Kann sein. Habe mir den Namen eben gerade ausgedacht. Das Experiment an sich ist bzw. war allerdings real. Da ich es nur per Twitter angekündigt hatte, folgt eine kurze Präambel mit anschließender Konklusion. (Stellt euch vor, wie ich diesen Satz mit einem Glas 83er Chardonnay in der Hand und Professorenbrille auf der Nase von mir gebe.)

Die Idee

Ich mag mein MacBook. Vor allem mag ich das Design. Dabei meine ich nicht nur die Hard- sondern auch die Software. Viele Mac-Apps sind einfach unglaublich sexy (z.B. Transmit, Versions, 1Password, *insert-your-favourite-sexy-mac-app-here*). Dennoch handelt es sich dabei um Programme, die einer Installation bedürfen und Speicherplatz auf der Festplatte verbrauchen. Sobald sie laufen, beanspruchen sie außerdem meine CPU und besetzen Platz in meinem RAM. Soweit nichts Schlimmes. Letztenendes wird ein Computer ja genau dafür gebaut 😉

Mir gefällt jedoch die Idee, die eigenen CPUs, Festplatten und Arbeitsspeicher für anderes freizuhalten und stattdessen die Cloud den Job erledigen lassen. Googles Server sind nun mal fixer als mein Rechner es je sein könnte und die SSDs der Twitter-Monstermaschinen erlauben Schreib- und Lesezugriffszeiten, von denen ich träume (Namedropping FTW!). You get the idea.

Darum habe ich mich entschlossen, statt Sparrow für meine Mails das Googlemail-Web-Interface zu nutzen. Zusätzlich wollte ich auch nur noch über den Browser twittern, den offiziellen Client für Mac also auch nicht länger verwenden. Mir war bewusst, dass ich dazu auf nen Haufen Sexyness verzichten müssen würde. Die Web-Interfaces sind einfach nicht so schick wie die Mac-Apps. Aber man kann ja mal probieren…

Das Ergebnis

Twitter

Das Twitter-Web-Interface

Das Twitter-Web-Interface

Ich habe mein Experiment nach 2 Tagen abgebrochen. Es hat einfach keinen Spaß gemacht. Twitter ging mir schon nach einen meiner ersten Tweets auf den Geist. Warum? In meinem Client konnte ich Bilder per Drag & Drop in einen Tweet packen. Der Bilderdienst (bei mir Twitpic) hat das Bild beim Versenden des Tweets automatisch hochgeladen und den Shortlink zum Bild an den Tweet angehängt. Wunderbar.

Will man jedoch im Web-Interface ein Bild anhängen, muss man den Bilderdienst seiner Wahl manuell aufrufen, dort das Bild hochladen, den Link kopieren und dann noch in den Tweet einfügen. Hallo? Geht’s noch?

Mag sein, dass ich zu doof bin, den vor fast 2 Monaten angekündigten integrierten Bilderdienst zu finden. Wie kann man denn aber diese Funktion nicht direkt in’s Interface integrieren? Ich verstehe es nicht, kein bisschen. Generell finde ich ja an Twitter immer mal wieder was zu meckern, aber das hat echt den Vogel (hehe) abgeschossen.

Ich war ziemlich pissig und habe dann für mich beschlossen, die Idee mit dem Twitter-Webinterface zu begraben. Kostet mehr Zeit und macht weniger Spaß als der entsprechende Mac-Client.

Erscheinungsbild des offiziellen Twitter-Clients für Mac

Erscheinungsbild des offiziellen Twitter-Clients für Mac

Googlemail

Bei Googlemail war’s nicht ganz so schlimm. Durch ein neues, an den Google+-Look angepasstes Theme kann man aus dem sonst doch recht hässlichen Design noch ein bisschen was rausholen. Auch die Shortcuts zum schnellen Bewegen innerhalb von Googlemail hatte ich bereits durch Sparrow größtenteils drin.

Das Googlemail-Web-Interface

Das Googlemail-Web-Interface

Nichtsdestotrotz war ich gefühlt langsamer. Und es hat sich – wie auch schon bei Twitter – einfach nicht so gut angefühlt. Manchmal mag Mails abarbeiten ein bissl nerven, aber eigentlich macht es mir doch immer Spaß. Warum sollte ich mir den durch einen ideologischem Umstieg auf ein Web-Interface nehmen lassen?

Darum habe ich also das Vorhaben der exklusiven Benutzung des Googlemail-Webinterfaces ebenfalls verworfen und benutze seitdem wieder mein heißgeliebtes Sparrow.

Alles beim alten also. Ich werde wohl langsam alt, kann mich nicht mehr an neues anpassen und so.

Post Scriptum

Was mich dabei mal interessiert: wie benutzt ihr Twitter? Ich hatte dazu ja mal eine Umfrage auf Facebook gepostet, reges Interesse blieb jedoch leider aus. Darum stelle ich die Frage hier erneut. Ich bin gespannt, ob überhaupt jemand das Web-Interface benutzt.

Und wie sieht es mit Googlemail aus? Da benutzen doch sicher einige das Web-Interface, oder?

BTW: Ich werd mich nie an zusammengesetzte Wörter gewöhnen, die mit „Google+“ beginnen und einem Bindestrich fortgesetzt werden. Sieht einfach ulkig aus, wenn „+“ und „-“ hintereinander stehen. Oder was sagen die Google+-User dazu? 😉



Kommentare (2)

egohead

geschrieben am 1. August 2011 um 12:00

Ein ähnliches Vorhaben habe ich auch schon durchgezogen, mit dem Unterschied, dass ich größtenteils beim Webinterface geblieben bin. Warum?
Es ist zwar schön am Rechner z.B. einen Mailclienten zu verwenden, da ich aber oft meine Mails von woanders abrufe (Firma z.B.) und ich sowieso regelmäßig mit Google suche und auf G+ unterwegs bin, quasi Google sowieso immer offen habe (Mail als Apptab) ... langer Satz ... nutze ich das Webinterace. So schaut es immer und überall gleich aus (nur auf dem iPad nicht).
Letztendlich wird es aber noch etwas dauern, aber Google geht den richtigen Weg. Der Browser ist das neue Betriebssystem für viele Aufgaben ... warten wir noch ein paar Jährchen (wenn überhaupt) und dann startest du einfach ein neues Experiment ;).